#BafMWgate

Hallo!

Nach einer langen Pause, an der ich eifrig an meinem zweiten Roman geschrieben habe (und mich dabei völlig eingeigelt habe, hihi), zwingt mich ein Ereignis dazu, mich hier zu melden und Dinge über andere offenzulegen, die ich eigentlich (besonders um SIE zu schonen) diskret handhaben wollte.

Das Ereignis ist diese Hetze gegen mich als Person auf Facebook [Edit, Montag 10.08.2020: Der Post scheint gesperrt worden zu sein, der Text ist aber im Foto darunter zu sehen bzw hier herunterzuladen:]

Hier ergießt sich mein ehemaliger Verleger vom Bundeslurch-Verlag darüber, dass ich doch eine „behinderte, nicht dem gängigen Schönheitsideal entsprechende und queerfeministische Autorin die berechtigten Anliegen und Rechte von Behinderten, Frauen und queeren Menschen so in den Schmutz zieht“ bin (O-Zitat!!)

Eine zur Hassrede ausgeuferte Erklärung meines Ex-Verlegers, hier der im Screenshot abgebildete Text: Das Bundesamt für magische Wesen schließt. Wir sehen uns gezwungen, alle unsere Webseiten vom Netz zu nehmen, und das hat folgenden Grund. Eine Autorin (laut eigener Beschreibung behindert und nicht den gängigen Schönheitsideal entsprechend sowie Queerfeministin) hatte bei uns ein Buch veröffentlichen wollen und wir als Projekt BAfmW setzen uns bekanntermaßen für Minderheiten ein. Das Buch war zum Setzen fertig, da erkrankte unser für Satz und Corporate Identity zuständiger Kollege lebensbedrohlich an Leukämie. Wir stoppten alle Buchprojekte, denn wir sind die Letzten, die einem mit dem Tod ringenden Menschen, der für seine Arbeit lebt, auch noch Aufträge zu entziehen. Mittlerweile geht es ihm besser. Besagte Autorin, die so gern Rücksicht für sich als behinderte und nicht dem Schönheitsideal zugehörige Queerfeministin einfordert, entzog uns nach Inanspruchnahme diverser Leistungen (Beratung, Covergestaltung, Zweitkorrektorat und -lektorat) die Veröffentlichung und klagte auf Unterlassung der Nutzung ihrer beim VLB für alle Buchhändler einsehbaren und nutzbaren Daten. Das Gericht gab ihr Recht. Uns drohen also Abmahnungen, wenn auf unseren Seiten ihre Daten (Autorenporträt und -vita) sowie Auszüge aus dem Buch erscheinen. Da das BAfmW auch ein online-Buchhandel ist, würde jeder Datenupload aus dem für den Buchhandel zuständigen VLB-Portals, wo auch wir Online-Buchhandel Kunde sind, uns die Daten dieser Autorin auf die Seite spülen. Oder von KNV, dem größten Buchhändler, der ebenfalls Buchdaten an die Buchhandlungen ausliefert. Jeder, der uns Schaden zufügen wollte, könnte uns in Kommentaren und Bewertungen die abmahnfähigen Daten dieser Autorin auf die Seiten setzen, ebenso auf Seiten anderer Abbieter auf unseren Server, die wir deshalb auch schließen müssen. Jede Inanspruchnahme der im Buchhandel bekannten Dienste wie das Einspielen der Leseproben oder dem Upload der Buchdaten aus dem Großhandel wie KNV würde uns in Schwierigkeiten bringen und letztendlich ruinieren. Was wir von dieser Autorin halten, dürfte klar sein und wir wollen mit dieser Queerfeministin, die einem Krimiautor einen interessanten Plot liefern könnte, nichts mehr zu tun haben. Aber das Projekt BAfmW lebt und finanziert sich auch über den Bücherverkauf. Wir werden deshalb gegen das Urteil vorgehen, da dieses Urteil und diese queerfeministische Aktivistin exemplarisch auch andere Buchhandlungen und Verlage bedrohen. Künftig könnte jeder Autor dann auf diese Weise auch Rezensionen und Diskussionen auf ihm missliebigen Portalen unterbinden, diese abmahnen und damit sein Einkommen bestreiten wollen. Das Abmahnunwesen ist bekannt. Wir können und nicht vorstellen, dass ein solches Urteil Bestand haben kann, denn es erscheint perfide, dass man als Autor via VLB allen Buchhandlungen und deren Onlineshops Daten zur Verfügung stellt und einem einzelnen Buchhändler dann untersagen will, diese Daten zu nutzen. Und wir lassen prüfen, inwieweit wir die Autorin für den entstehenden Umsatzausfall und Schaden haftbar machen können. Wir bedauern, dass diese laut Eigenbeschreibung behinderte, nicht dem gängigen Schönheitsideal entsprechende und queerfeministische Autorin die berechtigten Anliegen und Rechte von Behinderten, Frauen und queeren Menschen so in den Schmutz zieht. Für diese Anliegen und Rechte werden wir auch weiterhin eintreten. Aber genauso, wie wir uns dem Hass der Rechten und Religiösen auf die LGBTIQ-Community entgegenstellen, schließlich wurden wir nach Einführung der Ehe für Alle seinerzeit selbst vom Bonner Oberbürgermeister Nimptsch getraut, stellen wir uns allen anderen extremistischen Positionen und -ismen entgegen. Mit freundlichen Grüßen. Klaus Maresch und Frank Lotz.
Hassrede meines Ex Verlegers (Screenshot von seiner Verlags-Seite vom 07.08.2020)

Hier der Fototext als Reintext: „Das Bundesamt für magische Wesen schließt. Wir sehen uns gezwungen, alle unsere Webseiten vom Netz zu nehmen, und das hat folgenden Grund. Eine Autorin (laut eigener Beschreibung behindert und nicht den gängigen Schönheitsideal entsprechend sowie Queerfeministin) hatte bei uns ein Buch veröffentlichen wollen und wir als Projekt BAfmW setzen uns bekanntermaßen für Minderheiten ein. Das Buch war zum Setzen fertig, da erkrankte unser für Satz und Corporate Identity zuständiger Kollege lebensbedrohlich an Leukämie. Wir stoppten alle Buchprojekte, denn wir sind die Letzten, die einem mit dem Tod ringenden Menschen, der für seine Arbeit lebt, auch noch Aufträge zu entziehen. Mittlerweile geht es ihm besser. Besagte Autorin, die so gern Rücksicht für sich als behinderte und nicht dem Schönheitsideal zugehörige Queerfeministin einfordert, entzog uns nach Inanspruchnahme diverser Leistungen (Beratung, Covergestaltung, Zweitkorrektorat und -lektorat) die Veröffentlichung und klagte auf Unterlassung der Nutzung ihrer beim VLB für alle Buchhändler einsehbaren und nutzbaren Daten. Das Gericht gab ihr Recht. Uns drohen also Abmahnungen, wenn auf unseren Seiten ihre Daten (Autorenporträt und -vita) sowie Auszüge aus dem Buch erscheinen. Da das BAfmW auch ein online-Buchhandel ist, würde jeder Datenupload aus dem für den Buchhandel zuständigen VLB-Portals, wo auch wir Online-Buchhandel Kunde sind, uns die Daten dieser Autorin auf die Seite spülen. Oder von KNV, dem größten Buchhändler, der ebenfalls Buchdaten an die Buchhandlungen ausliefert. Jeder, der uns Schaden zufügen wollte, könnte uns in Kommentaren und Bewertungen die abmahnfähigen Daten dieser Autorin auf die Seiten setzen, ebenso auf Seiten anderer Abbieter auf unseren Server, die wir deshalb auch schließen müssen. Jede Inanspruchnahme der im Buchhandel bekannten Dienste wie das Einspielen der Leseproben oder dem Upload der Buchdaten aus dem Großhandel wie KNV würde uns in Schwierigkeiten bringen und letztendlich ruinieren. Was wir von dieser Autorin halten, dürfte klar sein und wir wollen mit dieser Queerfeministin, die einem Krimiautor einen interessanten Plot liefern könnte, nichts mehr zu tun haben. Aber das Projekt BAfmW lebt und finanziert sich auch über den Bücherverkauf. Wir werden deshalb gegen das Urteil vorgehen, da dieses Urteil und diese queerfeministische Aktivistin exemplarisch auch andere Buchhandlungen und Verlage bedrohen. Künftig könnte jeder Autor dann auf diese Weise auch Rezensionen und Diskussionen auf ihm missliebigen Portalen unterbinden, diese abmahnen und damit sein Einkommen bestreiten wollen. Das Abmahnunwesen ist bekannt. Wir können und nicht vorstellen, dass ein solches Urteil Bestand haben kann, denn es erscheint perfide, dass man als Autor via VLB allen Buchhandlungen und deren Onlineshops Daten zur Verfügung stellt und einem einzelnen Buchhändler dann untersagen will, diese Daten zu nutzen. Und wir lassen prüfen, inwieweit wir die Autorin für den entstehenden Umsatzausfall und Schaden haftbar machen können. Wir bedauern, dass diese laut Eigenbeschreibung behinderte, nicht dem gängigen Schönheitsideal entsprechende und queerfeministische Autorin die berechtigten Anliegen und Rechte von Behinderten, Frauen und queeren Menschen so in den Schmutz zieht. Für diese Anliegen und Rechte werden wir auch weiterhin eintreten. Aber genauso, wie wir uns dem Hass der Rechten und Religiösen auf die LGBTIQ-Community entgegenstellen, schließlich wurden wir nach Einführung der Ehe für Alle seinerzeit selbst vom Bonner Oberbürgermeister Nimptsch getraut, stellen wir uns allen anderen extremistischen Positionen und -ismen entgegen. Mit freundlichen Grüßen. Klaus Maresch und Frank Lotz.“

Meine erste Reaktion darauf: Wow, ich dachte ja, ich übertreibe mit meinen „Ableismus ist ein wichtiges Thema“-Zeigefinger, aber wenn ich mir diesen Text (und die Haterkommentare dazu) ansehe, dann muss ich sagen: ich übertreibe nicht Ableismus ist omnipräsent!

Hier ist meine Stellungnahme zu diesen teils haarsträubenden Beschuldigungen von seiner Seite. Sie ist sehr lang geworden, weil ich hoffe, dass ich so weder ihm noch mir unrecht tue. Eine kürzere Erklärung findet Ihr hier bei Twitter:

Meine Stellungnahme

„Der Elbische Patient“ ist mein erstes Buch. Ich war unerfahren, beinahe naiv, was das Verlagswesen etc angeht und hatte bis dato auch keinerlei Connections oder auch nur eine vage Idee davon, was in der Branche ein „guter Verlag“ ist, und was nicht. (Aus dem Grund habe ich auch viel zu spät erfahren, was mein Ex-Verlag schon bis dahin so abgezogen hat, aber dazu später mehr!)

Durch Zufall fand ich die Seite vom Bundeslurchverlag (ich würde sie hier gern verlinken, aber die ist seit Monaten offline). Dort bezeichneten sie sich selbst als „Queeren Fantasyverlag“ und ihr online Auftritt wirkte sympatisch und humorvoll. Zusätzlich waren sie kein „Druckkostenzuschussverlag“, also würden sie Lektorat und alle weiteren Kosten bezahlen, was mein Risiko, bei einer Veröffentlichung auf einem Haufen Kosten sitzenzubleiben, minimieren würde.

Ich fragte also an, ob ich ein Exposee einreichen könnte, und ihre Antwort war ein freundliches „Ja“. Ich habe mich also beworben und hatte nach ein paar Wochen eine Zusage in der Tasche. Himmel, was war das ein tolles Gefühl. Jetzt war ich also eine „echte“ Autorin mit einem „echten“ Verlag! Das war April 2018.

(Erst Jahre später habe ich begriffen, dass Self Publishing auch ein valider Weg ist, besonders, wenn man experimentiertfreudig ist und Content außerhalb der Normvorstellungen liefert und dass es eine Reihe toller Bücher gibt, die per SP entstanden sind)

Im Sommer wurde ich dann meiner Lektorin vorgestellt und die Arbeit am Buch begann. Ein toller Prozess! Ich war sehr zufrieden mit dem Lektorat und habe viel dabei gelernt. Ebenso vielversprechend schien es mit dem Cover weiterzugehen. Ich hatte bislang gelesen, dass man als Autorin oft wenig Mitspracherecht beim Cover habe, aber hier fragte der Verleger nach, was mir denn so vorschwebte und das wurde in den ersten Coverskizzen berücksichtigt. Ja, bis dahin (September 2018) war ich wirklich zufrieden!

Aber dann fingen die Probleme an: Mein Verleger meldete sich auf einmal nicht mehr auf meine Anfragen. Monatelang nicht. Meine Lektorin und ich waren mit den drei Runden Lektorat längst durch (November 2018) und ich hatte immer noch weder einen Vertrag, noch ein Lebenszeichen vom Verleger (und viele offene Fragen standen im Raum).

Nur durch erhebliche Einflussnahme meiner Lektorin schickte mir mein Verleger mit einer Entschuldigung, dass er so lange inaktiv gewesen war, den Vertrag. Schon zu dem Zeitpunkt hatte ich ein schlechtes Gefühl, also dass mein Buch doch nicht in so guten Händen war, wie anfangs gedacht. Aber da hatte ich ja schon das komplette Lektorat genossen und ich hatte Angst, all diese Kosten allein stemmen zu müssen. Also unterschrieb ich.

Von da an hörte ich nichts mehr von meinem Verleger. Der Erscheinungstermin meines Buches war laut Vertrag auf „Frühjahr 2019“ festgelegt, aber das Frühjahr verstrich, ohne, dass es ein Lebenszeichen meines Verlegers gab. (Trotz regelmäßiger Nachfrage meinerseits). Die einzige offizielle Erklärung war, dass sein Setzer an Leukämie erkrankt sei, und sich die Dinge deshalb verzögerten.

Das hätte ich verstanden. Ich hätte für den Setzer auch ein halbes Jahr länger mit der Veröffentlichung gewartet, bis er sich wieder erholt hat.

Aber das Problem war nicht der Setzer, sondern die völlige Inaktivität meines Verlegers. Es gab viele Dinge, die noch zu erledigen waren (von der Titelfindung, über das Cover, von dem ich zuletzt ein halbes Jahr zuvor eine grobe Skizze gesehen hatte), dem Buchklappentext, der Werbung etc etc) und die mein Ex-Verleger trotz des erkrankten Setzers hätte erledigen können und sollen. Auch wurde mir nie deutlich kommuniziert: „Der Setzer ist erkrankt, aber spätestens an Termin XX wird dein Buch erscheinen und wir arbeiten mit Hochdruck daran.“

Stattdessen bekam ich einfach gar keine Antworten auf meine Mails und meine Anrufe wurden ignoriert. Ich vernetzte mich mit anderen Autor*innen dieses Verlags, die auch massive Probleme mit der Inaktivität meines Verlegers hatten. Von einer Person (die bereits ein Buch bei ihm veröffentlicht hatte) erfuhr ich, dass sie auch noch weitaus gravierende Probleme mit ihm als Verleger hatte (was die Ausschüttung der Gewinne und den Mangel an Werbung anging).

Hinzu kam, dass der Verleger einfach Texte aus meinem Exposee (meine dort verfasste Vita und den Buchklappentext) online gestellt hatte. Diese Texte sollten aber nie online stehen! Meine Lektorin und ich hatten im Februar gemeinsam an einer Vita und einem griffigen Klappentext herumgefeilt und wollten diesen online sehen. Ich wies ihn darauf hin, dass er doch bitte die fehlerbehafteten Texte entferne, da sie dem Buch eher schadeten als nützten, und gegen die Professionellen ersetze, aber er ignorierte diese Bitte monatelang. 5 Monate lang! Texte gegen den Willen des Verfassers online zu stellen ist übrigens eine klare Urheberrechtsverletzung!

Als Beweis hier eine meiner vielen Anfragen dazu per Mail:

Meine Mail, in der ich den Verleger darum bitte, die fehlerhaften Texte offline zu nehmen.
Das war nur eine Mail von vielen.

Dazu kam, dass ich zu dem Zeitpunkt bereits vernetzter in der Bücher- und Autor*innen-Community war und darüber zwei widerliche, queer- und frauenverachtende Shitstorms meines Verlegers bei Twitter mitbekam. Dort bezeichnete er weibliche Personen als „Krampfhennen“ und sagte, „sie sollen doch Menstruieren für den Weltfrieden“. Ich fand diese Aussagen grässlich und schämte mich mittlerweile, Teil eines solchen Verlages zu sein.

Irgendwann im Spätsommer riss mir der Geduldsfaden und ich suchte eine Anwältin auf, die sich auf Urheber- und Verlagsrecht spezialisiert hatte. Sie empfahl mir, den Vertrag zu kündigen. Das geht natürlich nicht so einfach, man kann nicht einfach sagen: „Ich habe keine Lust mehr, also bin ich raus.“

Das Verfahren geht wie folgt: Man schickt dem Verleger eine Kündigung mit Nachfrist, d.h. er bekommt eine angemessen lange Zeit (die Nachfrist) das Buch zu veröffentlichen. Hält er diese nicht ein, dann wird die Kündigung rechtens.

Ich fragte dafür bei zwei Verlagen an, wie lange sie denn brauchen würden, um ein fertig lektoriertes, noch nicht gesetztes Manuskript zu veröffentlichen. Sie sagten „weniger als 6 Wochen“. Daraufhin setzte ich die Nachfrist auf 7 Wochen fest.

Bevor ich die Kündigung per Einschreiben schickte, wagte ich noch einen letzten Versuch, um mich mit dem Verleger gütlich zu einigen:

Mail an meinen Verleger, mit einem Kompromiss Angebot
Kompromissangebot an meinen Verleger per Mail vom 26.07.2019

Hier ist der Text meiner Mail als Copy&Paste:

Hallo Klaus,
nachdem ich die letzten Wochen bzw Monate trotz vermehrter Anfragen von meiner Seite nichts von Dir gehört habe, geht mir die Geduld aus. Ich möchte nicht länger in Ungewissheit sein, was nun wie oder wann mit dem Buch oder der Homepage passiert oder nicht (und mit der Homepage sollte etwas passieren, denn da stehen Texte, die ich nicht dort stehen haben wollte).
Deshalb schlage ich Dir folgendes vor:
Ich zahle die angefallenen Kosten für Lektorat und Cover und wir lösen meinen Vertrag auf.
Bitte überlege Dir bis Dienstag Abend (30.07.2019), 18H00, ob Du damit einverstanden bist (wir können gern auch noch mal darüber telefonieren).
Wenn das für Dich keine Option ist, dann würde ich Dir Dienstag Abend eine Kündigung mit Nachfrist schicken, innerhalb derer das Buch erscheinen sollte.

Verstehe mich nicht falsch: ich mache das nicht gern. Weder will ich Dir, noch dem Verlag schaden, denn ich mag die Idee eines queeren Fantasy Verlages und will das unterstützen. Ich will Euch auch nicht auf den Kosten (Lektorat, Cover) sitzen lassen, ich bin dankbar, dass Du meinem Manuskript eine Chance gegeben hast und war sehr zufrieden mit dem Lektorat. Dafür zahle ich gern den angemessenen Preis.
Aber so wie es gerade läuft, ist es weder zu Deinem, noch zu meinem Vorteil, also muss entweder von Deiner Seite aus etwas mit Homepage und Buch geschehen, und zwar bald, oder wir sollten eine andere Lösung finden.

Viele Grüße

Pia

(Man sieht an dem Text vielleicht, dass ich eher dazu neige ZU NETT zu sein, auch zu misogynen Shitstormern. )

Natürlich reagierte er nicht auf meine Mail. Auch nicht auf meine per Einschreiben geschickte Kündigung mit Nachfrist. 7 Wochen lang nicht.

Danach war ich frei und konnte mein Buch selbst veröffentlichen.

Als erstes wollte ich meine Rechnungen für alle Leistungen des Verlages begleichen, die ich für die Selbstpublikation in Anspruch nehmen wollte. Ich bezahlte das Lektorat, ich kontaktierte die Grafikerin, die das Cover erstellt hatte und bat sie, mir eine Rechnung zu schicken. Sie schrieb, dass der Verleger ihre Rechnung schon beglichen hatte, daher sollte ich mich direkt an ihn wenden. Das war natürlich ein Problem, denn er antwortete mir ja nicht (ich bat ihn dennoch um eine Rechnung, aber es kam keine Antwort). Deshalb entschloss ich mich, einfach darauf zu warten, dass er mir eine Rechnung dazu präsentierte, und diese dann zu zahlen (er schickte mir bis heute keine!) und beauftragte eine andere Grafikerin, mir ein neues Cover zu gestalten, damit ich nicht unbezahlte Dienstleistungen von ihm nutzen musste.

Dann fing ich an, mein Buch mit SPBuchsatz selbst zu setzen. Ich erfuhr viel Hilfe und Zuspruch von K. H. Zimmer, der die freie Software entwickelt hat, und dadurch hatte ich zum ersten Mal seit Monaten wieder Spaß und Zuversicht an meinem Buch (die der Verleger bis dahin erfolgreich vergällt hatte)! Im Satzprozess habe ich das Manuskript noch einmal erheblich bearbeitet und verbessert. Auch war ich ja jetzt frei, eine gendergerechte Sprache einzufügen (bei dem Bundeslurchverlag war das nicht erlaubt), und das tat ich dann auch ^^ — zum Glück ist das mit SPBuchsatz einfach!

Ironischerweise bekam ich dann, 12 Wochen nach meiner Kündigung, 5 Wochen, nachdem ich mit dem Satz des Buches angefangen hatte, eine Mail von meinem Verleger. Er schickte mir auf einmal, unangekündigt, mein von seinem Setzer fertig gesetztes Manuskript (das musste erst nach meiner Kündigung gesetzt worden sein, denn er selbst hatte es da gerade frisch erhalten) und schrieb, er wolle das nun bald veröffentlichen.

Ich wies ihn darauf hin, dass ich längst aus dem Vertrag raus war, und dass ich mein Buch mittlerweile selbst gesetzt hatte und plante, es selbst zu Veröffentlichen.

Daraufhin bekam ich eine Hassmail, dass er meine Kündigung „nicht akzeptiere“ und dass er mein Buch „veröffentlichen würde“ egal, ob ich das wolle oder nicht.

dadurch alamiert ging ich wieder zu meiner Anwältin, und sie verfasste eine Abmahnung, dass er mein Werk nicht veröffentlichen dürfe (und verlangte, dass er die fehlerhafte Autorinnenvita und Buchklappentext von mir, die IMMER NOCH gegen meinen Willen auf seinen 2 Homepages standen, zu löschen).

Er reagierte — wenig überraschend — nicht. Auch nicht auf die Rechnung über 2000 Euro, die daran angehängt war, um die extensiven Anwaltskosten zu decken, die mir durch seine unnötige Drohung angefallen waren.

Ich zahlte also aus eigener Tasche die Kosten, und entschied mich, mein Recht einzuklagen, also einerseits, dass er mein Werk nicht veröffentlicht, und andererseits, dass ich nicht auf diesen von seiner Seite völlig vermeidbaren Kosten hängen bleiben musste. Ich schreibe „völlig vermeidbar“, denn ich hatte meinem Verleger so viele Chancen gegeben, entweder das Buch zu veröffentlichen, oder einen guten Kompromiss für beide Seiten zu finden (bei dem ich die angefallenen Kosten alle tragen wollte! — siehe Mail oben)

So kam es zu dieser Klage, über die er jetzt so hetzt.

Den Prozess am 22.07.2020 vor dem Landesgericht Leipzig hat er verloren. Auch, weil sein eigener Anwalt eine Woche zuvor abgesprungen ist, und er somit dem Prozess fernblieb -> Versäumnisurteil.

Noch zwei Nebenbemerkungen:

  1. Ich habe den Streitwert (auf dem er online so rumhackt) nicht festgesetzt, das war meine Anwältin, die sich auf Verlagsrecht spezialisiert hat, und das Gericht hat ihn bestätigt. 65000 klingt viel, aber für ein Buch ist das ziemlich Standard. Auch HABE ich nichts vom Streitwert. Ich bekomme kein Geld o.Ä. aus dem Prozess heraus. Ich bekomme durch den Sieg nur die angefallenen Kosten zurück (sofern der Verleger noch solvent ist …)

2. Der Verleger muss nicht wegen mir seinen Onlineshop schließen. Er darf mein Buch immer noch dort verkaufen. Er darf nur nicht mein Manuskript als Buch/ebook umwandeln, und es dann selbst verlegen. Das ist ein kleiner, aber bedeutender Unterschied.

Ich hatte überhaupt keine Absicht, ihm oder seinem Verlag zu schaden. Ich wollte nur mein eigenes Buch und meine durch die ganze Sache angeschlagenen Finanzen retten.

Alles Liebe

Pia

PS: Vielen Dank für die tolle Unterstützung aller meiner Twitter Follower! Ohne Euch wäre die gesamte Situation unerträglich! So viel Support habe ich noch nie erlebt 🙂

Wer weiterlesen will:

Hier meine Gegendarstellung auf Twitter: https://twitter.com/P1xelPark/status/1291858308148744193

Hier ein interessanter Facbook Post dazu:

Hier Infos über den letzten Shitstorm meines Ex-Verlegers:

Unter diesem Begriff tummeln sich einige horrende Fakten über meinen Ex-Verleger: #BAfMWgate

2 Kommentare

  1. Ich hoffe, du findest noch die Möglichkeit und Kraft, die für Rufschädigung / Beleidigung / Falschbehauptung anzuzeigen. So einer widerlichen Marotte muss etwas entgegengesetzt werden.

  2. Dem Bundesamt für magische Wesen folge ich nach einer Hetze gegen Gläubige (speziell Christen) nicht mehr. Wurde mir zu persönlich. Der Typ (Klaus) gibt sich so weltoffen, aber wie du schon in Bezug auf Frauen zitiert hast: Seine Kommentare sind oft unter aller Sau. Dass er auch als Verleger nichts taugt, stimmt mich sehr traurig. Ich hoffe, er belästigt dich nicht mehr und dein Buch wird ein Erfolg! 🙂

Ich freue mich über Euren Input!

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