Wer ist meine Lieblingsfigur?

Eine Wand mit den Queeren Farben

Hier verrate ich, wer meine Lieblingsfigur ist und warum.

„Wer ist Deine Lieblingsfigur?“ war eine der häufigsten Fragen, die ich meinen Testlesenden gestellt habe. Ich habe mich bemüht, meine Figuren möglichst divers zu gestalten und finde es immer wieder interessant, wer bei wem gut ankommt. Deshalb will ich Euch auch nicht vorenthalten, wie ich selbst darüber denke. 😉

Natürlich mag ich die meisten meiner Figuren, schließlich steckt in allen von ihnen etwas von mir. Auf einige habe ich auch Wünsche projiziert, z. B. hätte ich selbst gern so einen Freund und Sparringspartner wie Bendix, oder eine so begabte Ingenieurin wie Lucie als Mitbewohnerin, der ich beim Basteln über die Schulter schauen könnte.

Aber wer von allen meinen Figuren ist mein Liebling?

Als ich begann, das Buch zu schreiben, war es ganz klar Bendix. Er ist freundlich, hat spannende Hobbies und kann dazu noch toll kochen. Am liebsten würde ich ihn aus Finistère heraus in meine Realität transformieren. Und damit bin ich nicht allein: viele meiner Leser:innen nennen Bendix als einen ihrer Favorit:innen.

Auch Klara ist eine klare Favoritin (von mir und vielen). Allerdings ist sie mir in vielen Punkten so ähnlich, dass ich keine klare Meinung über sie haben kann, da fehlt mir die Außensicht. Und ja, ich weiß, es ist verdammt peinlich, nahezu ein Self-insert zu machen, aber ich wollte in dem Buch die Probleme von Leuten mit Behinderungen ansprechen, und da traue ich mich nur an die Themen heran, die ich von mir selbst kenne.

Ich weiß, was es mit einem macht, wegen seines Äußeren gemobbt zu werden, oder wie leicht eine schwerhörige Person in die Schiene „dumm“ abrutschen kann. Über diese Themen kann ich schreiben, ohne auf irgendwelche Plattitüden oder Klischees zurückgreifen zu müssen. Ja, daher habe ich den Self Insert bewusst im Buch gelassen und gebe damit vielleicht mehr von mir preis, als ich sollte. Ich hoffe, Ihr könnt mir das verzeihen!

Auch in Iònatan steckt viel von mir drin. Er ist durchaus die tragischste Figur der gesamten Geschichte, was ihn definitiv interessant macht, aber für eine Lieblingsfigur ist er mir zu grau (im Sinne von: er hat zu viele gruselige Facetten, über die ich nicht hinwegsehen kann).

Prìssi ist ganz klar mein Zweitlieblingscharakter. Sie ist scharfsinnig, gerechtigkeitsliebend, humorvoll. Und dazu noch eine klassische high femme wie sie im Buche steht, ein Konzept, das mir sympathisch ist. Ich denke, sie hat es nur nicht auf meine Top 1 geschafft, weil es im Buch nicht genug Gelegenheit gibt, auch ihre verletzlichen Seiten kennen zu lernen. Aber was nicht ist, kann noch werden, schließlich schreibe ich an einer Fortsetzung, in der sie eine größere Rolle spielen wird, als in „Der Elbische Patient“ 🙂

Kaèl Hotàru — meine Lieblingsfigur

Meine definitive Lieblingsfigur ist Kaèl, ein adeliger Elb, der in den luxuriösesten Verhältnissen groß geworden ist. Von stetem Wissensdurst getrieben, hat er sich tief in die Wissenschaften und Transformationsmagie eingearbeitet und hat es dort bis zum „Erzmagier“ gebracht — ein Akademischer Rang den nur eine Handvoll Magier:innen in ganz Finistère tragen darf. Natürlich ist er darauf mächtig stolz — sowieso, er ist gewohnt, klüger als die meisten zu sein und das drückt sich leider oft durch seine unerträgliche Arroganz aus. Durch seine aristokratische Erziehung hat er überdies nie gelernt, sich anderen zu öffnen, deshalb findet er es schwierig, Freund:innen zu finden und halten.

Wer ist meine Lieblingsfigur? Ganz klar, es ist Kaèl Hotàru -- eine meiner Hauptfiguren aus "Der Elbische Patient".
Kaèl Hotàru, ein adeliger Elb und Geliebter von Klaras bestem Freund.

Mit Anfang dreißig verliebte er sich in Bendix, den Hexenjäger und wurde daraufhin von seiner Familie verstoßen, da Bendix in Finistère als Verbrecher gilt, und die Eltern überdies mit der Homosexualität ihres Sohnes Probleme hatten. Jetzt, mehr als zehn Jahre später, lebt er mit Bendix im Exil in Aomòri und setzt sich dort als Politiker (er nimmt als Sekretär die zweitwichtigste Position des Landes ein) für die Rechte der Menschen ein.

Bei Bendix gelingt ihm, was ihm sonst verwehrt ist: Nähe und Intimität zuzulassen. Der aus ärmlichen Verhältnissen stammende Bendix zeigt ihm immer wieder, dass ein Mangel an Bildung nicht mit „Dummheit“ gleichzusetzen ist — was Kaèl zuvor nie wirklich reflektiert hat.

Wieso mag ich ihn?

Natürlich, am Anfang des Buches ist er arrogant und selbstverliebt. Wahrscheinlich würde ich mich in seiner Gegenwart permanent unfähig fühlen, deshalb weiß ich gar nicht, ob ich mit ihm befreundet sein könnte, würde er in meiner Welt leben.

Allerdings hat er von Anfang an das Herz am rechten Fleck und setzt sich — obwohl er selbst aus privilegierten Verhältnissen kommt und daher nie Not kennen lernen musste — für die Schwächsten ein. Zusätzlich macht er eine klare Wandlung im Buch durch. Durch die furchtbaren Erlebnisse wird er weicher, und lernt auch in kleinen Dingen Mitgefühl zu entwickeln, selbst dann, wenn es sich nicht um seinen Geliebten dreht.

Auch ist er eine Figur der Gegensätze. Er wirkt mit seiner übertriebenen, pompösen Kleidung oft eitel und selbstverliebt, gleichzeitig ist er aber auch das größte Badasss des gesamten Buches. Egal, in welche Situation er gerät, er behält immer seinen beißenden Humor. (Und er gerät in viele solcher Situationen, da er keine Risiken scheut, so lange er so seinen moralischen Grundsätzen treu bleiben kann).

Best of Kaèl 1)

»Bedank’ dich nicht zu früh.« Kaèl öffnete kurz die Augen und zwinkerte ihr zu. »Die sind ohne Zucker. Staubtrocken und geschmacksarm. Nicht einmal eine ausgehungerte Ratte würde die anrühren.«

Mit einem lauten Knall verschloss Bendix die Dose. »Die sind gesund! Du weißt nur nicht, was gut für Dich ist!«

»Oh, das weiß ich sehr wohl«, murmelte Kaèl im Halbschlaf, »sonst wäre ich nicht mit Dir zusammen.« Er schloss die Augen wieder.

Best of Kaèl 2)

Klara lachte bitter. »Ich wünschte, ich wüsste, was das Richtige ist. Aber es fühlt sich an, als hätte ich meinen moralischen Kompass verloren.«

Kaèl lächelte überheblich. »Wenn du jemals dachtest, es gäbe das Richtige im Falschen, dann hat dein Kompass noch nie so wirklich funktioniert.«

Sie funkelte ihn an, aber er ignorierte es. »Lassen wir die Philosophie!«, sagte er. »Wenn wir schon hier sind, dann sollten wir uns auch ein bisschen amüsieren!« Er hielt ihr die Hand hin. »Wollen wir tanzen?«

Fun Fact zu Kaèl und Bendix

Das Vorbild für Kaèl Hotàru ist übrigens „Kaèl the Invoker“ aus dem Computerspiel Dota 2. Dort ist er ein böser, unerträglich arroganter Elb mit witzigen Hero Responses. Ein Charakter zum Verlieben 🙂

Bei Dota 2 gibt es, dazu passend, den Charakter: „Magina the Antimage“ — ein Mönch, der gegen alles kämpft, was Zaubern kann. Immer wenn ich Dota spiele oder zuschaue, wie die Profis spielen, dann ging bei mir das Kopfkino los. Für mich stand fest, dass die beiden das optimale Paar wären. Und da es kaum solche Geschichten gab, musste meine eigene her …

Wer ist meine Lieblingsfigur? Magina the Antimage aka Bendix, der Hexenjäger.
Ein bekannter Held aus dem Dota 2 Universum.
Magina the Antimage aka Bendix, der Hexenjäger.

Jetzt sind die beiden ein ewig streitendes und turtelndes Paar und jede Szene mit den beiden war mir eine Freude zu schreiben^^.

Anmerkung: Natürlich müsst Ihr das Spiel nicht kennen, um den „Elbischen Patienten“ zu verstehen. Meine Welt hat nichts mit der von Dota 2 zu tun, selbst meine Charaktere weichen stark von ihren Vorlagen ab.

Last but not least

Wenn Ihr das Buch gelesen habt und mir eine Freude machen wollt, dann schreibt mir hier gern in den Kommentar, wen von allen Charakter:innen Ihr am liebsten hattet und warum. Ich wäre entzückt 🙂

Ich freue mich über Euren Input!

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